AfA: Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen
Aktuelles 2010
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Lübeck, 17.01.2010
 

Lübecker SPD setzt auf mehr soziale Gerechtigkeit

Volles Haus am Sonntag beim traditionellen Neujahrsempfang der Lübecker SPD im Gewerkschaftshaus. Kämpferisch stimmten sich die Genossen auf das neue Jahr ein. Im Fokus bleibt die soziale Gerechtigkeit. Offene Kritik gab es an der Agenda 2010 und ihren Folgen.

"Lasst uns ein bisschen umsichtiger werden", sagte Peter Reinhardt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der Lübecker SPD und Fraktionschef in der Bürgerschaft. "Wir müssen nur gerechter verteilen." Mit seiner sonst deutlichen Kritik, zum Beispiel an der IHK, hielt er sich auffällig zurück. Nur beim SPD-Bürgermeister Bernd Saxe wurde er deutlich. Saxe kam gerade von einer Reise zur Ryanair-Zentrale zurück. Die schriftliche Zusage für eine Base in Lübeck hatte er nicht bekommen. "Außer Spesen nicht gewesen", kritisierte Reinhardt. "Die Reise hätte er sich schenken können."

Ein zentrales Thema war der Lübecker Flughafen. "Wir wollen den Flughafen", so Reinhardt, "aber wir können ihn nicht bezahlen." Man kämpfe bis zu letzt. Der "Eierkurs" der Landesregierung sei da wenig hilfreich. Auf jeden Fall werde man eine Lösung für die Mitarbeiter finden.

Auch der SPD-Kreisvorsitzende Peter Thieß sprach den Flughafen an. Er ahne wie der Bürgerentscheid ausgehen werde. Wenn der Schnee geschmolzen sei, werde man aber die Schäden an den Straßen sehen. Dann müsse man sich entscheiden, ob man Geld für den Flughafen oder für soziale Projekte und die Sanierung der Straßen ausgeben wolle.

Offene Kritik äußerte Thieß an der Agenda 2010. Die SPD habe schmerzlich erfahren, was durch die Agenda 2010 an sozialen Unzulänglichkeiten enstanden sei. Dem pflichtete auch SPD-Landeschef Ralf Stegner bei. Bei Hartz IV müsse sich grundsätzlich etwas ändern.

Der DGB-Regionsvorsitzende Uwe Polkaehn gab eine eher negative Prognose für das neue Jahr ab. Er rechne in Lübeck mit 2000 neuen Arbeitslosen durch die Wirtschaftskrise. Vom Bund fordert er einen "Marshall Plan" zur Entschuldung der Gemeinden. Unverständlich sei für ihn auch, dass Hotelübernachtungen jetzt mit sieben Prozent besteuert werden, die Essenslieferung für Schulkinder aber mit 19 Prozent.


Die SPD lud am Sonntag zu ihrem Neujahrsempfang ins Gewerkschaftshaus.
Foto: VG

Quelle: [ http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=58295 ]

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